Zusammenfassung des Referats von Frau Marianne Staub, Präsidentin Schweizer Tierschutz STS
In unserer heutigen Konsumgesellschaft ist die Gefahr gross, dass Hunde wie Turnschuhe oder Jeans angeschafft werden, weil sie gerade in Mode sind. Sie dienen als Accessoires, als Statussymbol oder als Spielzeug für Kinder, ohne dass man sich bewusst wird, dass sie Lebewesen mit eigenen Empfindungen und Bedürfnissen sind. Sie sollen billig sein, ohne dass man daran denkt, wie wichtig eine sorgfältige Zuchtauswahl und artgerechte Aufzuchtbedingungen sind, damit der Welpe gesund ist und sich normal entwickeln kann.
Wo Tiere zur Ware werden, brauchen wir nämlich nicht lange auf geschäftstüchtige Zeitgenossen zu warten, die Nachschub möglichst preisgünstig und in möglichst grossen Mengen "produzieren", um die Nachfrage zu decken. Gefragte Hunderassen werden in unkontrollierten Massenzuchten vermehrt. Skrupellose Hundezüchter, die Dutzende von Hündinnen als "Gebärmaschinen" unter haarsträubenden Bedingungen halten, sind vor allem in Osteuropa weit verbreitet; dubiose Hinterhofzuchten gibt es aber auch in unseren Nachbarländern und sogar bei uns in der Schweiz. Wen wundert es, dass Hunde, die aus solchen unkontrollierten Zuchten stammen, trotz "Dokumenten" oftmals krank und verhaltensgestört sind. Kommt hinzu, dass die Tiere häufig viel zu jung von ihrer Mutter und den Wurfgeschwistern getrennt und unter tierquälerischen Bedingungen (z.B. im Kofferraum eines Autos) bis in die Schweiz transportiert werden.
Die Welpen werden zu Dumpingpreisen verschachert und landen bei Käufern, die von Hundehaltung keine Ahnung haben. Die Tierheime sind voll von Hunden, die gekauft wurden, obwohl die Käufer nicht einmal die Zeit aufbringen können, um mit dem Tier spazieren zu gehen.
Angesichts dieser Missstände haben sich der Schweizer Tierschutz STS, die Schweizerische Kynologische Gesellschaft SKG, das Bundesamt für Veterinärwesen, die Gesellschaft Schweizer Tierärzte GST, die Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und die Vereinigung der Schweizer Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte zusammengetan; gemeinsam wollen wir den tierschutzwidrigen Hundehandel und die gewissenlose Massenproduktion von Welpen mit einer gezielten Aufklärungskampagne bekämpfen. Das erklärte Ziel der Kampagne ist "Augen auf beim Hundekauf".